4.2 Brücken und Implantate

Die Brücke schließt die Lücke

Die wohl bekannteste Konstruktion ist die sogenannte "Brücke": Wenn ein Zahn fehlt und beidseits der Lücke stabile Nachbarzähne vorhanden sind, so können diese als "Pfeiler" für eine Brücke dienen. Das heißt, diese beiden Zähne werden beschliffen und mit Kronen versorgt, welche in der Mitte einen künstlichen Zahn tragen (das sog. Zwischenglied), der anstelle des entfernten Zahnes sitzt. Diese Konstruktion wird aus einem Stück gefertigt, ähnlich wie bei einer Einzelkrone mit einem Kern aus einer Goldlegierung, welche dann komplett mit zahnfarbener, individuell angepasster Keramik überzogen wird. Eine Brücke (hier eine "dreistellige", da zwei Pfeilerzähne und ein zu ersetzender Zahn) wird immer fix auf den Pfeilerzähnen einzementiert, ist subjektiv nicht als Fremdkörper erkennbar und auch optisch nicht von den anderen Zähnen zu unterscheiden.





Die Brücke muss nicht, im Gegensatz zur Teilprothese, mit der sie öfters verwechselt wird, zur Reinigung herausgenommen werden und stellt daher eine sehr hochwertige und bequeme Methode des Zahnersatzes dar.








Implantate – künstliche Zahnwurzeln

Eine weitere sehr elegante Methode zur Wiederherstellung eines nicht mehr vorhandenen Zahnes bietet seit etwa 15 Jahren die Implantologie. Implantate werden heute meist aus Titanlegierungen gefertigt und ähneln in der Form und Funktion einem Dübel, der durch einen kleinen chirurgischen Eingriff in den Kieferknochen eingesetzt wird. Nachdem er dort eingewachsen ist (das dauert je nach Position 3-6 Monate), kann auf ein Implantat dann eine künstliche Zahnkrone montiert werden. Anders als bei der Brückenkonstruktion, die immer an das Vorhandensein von intakten Pfeilerzähnen gebunden ist, ist die Implantation davon unabhängig und gerade dann interessant, wenn im fraglichen Bereich zu wenig Pfeiler für eine herkömmliche Brücke zu finden sind. Im Extremfall ist sogar im völlig zahnlosen Kiefer mittels Implantaten eine sehr stabile Verankerung für abnehmbare Prothesen oder festsitzende Brücken möglich. Allerdings muss für ein Implantat eine andere Voraussetzung erfüllt sein: stabiler, in ausreichender Menge vorhandener Kieferknochen, der imstande ist, ein Implantat von ausreichender Länge und Stärke zu tragen. Die Quantität und Qualität dieses Knochens lässt sich vor dem Setzen des Implantates mit speziellen Schichtröntgenaufnahmen feststellen.



Festsitzend oder abnehmbar?

Gerade beim Zahnersatz steht Ihr persönlicher Anspruch an Komfort und Ästhetik im Mittelpunkt der Entscheidung. Deshalb muss ein Entschluss reiflich überlegt sein, wenn Sie für viele Jahre zufrieden sein wollen. Aus Gründen der Lebensqualität, Ästhetik und Stabilität ist in den meisten Fällen einer festsitzenden, also fix an vorhandenen Zähnen zementierten Rekonstruktion der Vorzug zu geben. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine abnehmbare Variante nicht nur eine Alternative, sondern manchmal sogar die bessere Lösung darstellt:

  • Wenn nur mehr wenige Zähne im Frontbereich zur Verfügung stehen, jedoch "am hinteren Ende" der Zahnreihe kein Pfeiler mehr anzutreffen ist.

  • Wenn eine Implantation aus medizinischen (etwa zu wenig Knochen zur Implantatverankerung) oder aus Kostengründen nicht möglich ist.

  • Wenn die noch vorhandenen Zähne durch massiven Zahnfleisch- und Kieferknochenabbau in ihrem Fundament schon so geschwächt sind, dass eine permanente Fixierung einer Brücke nicht möglich oder zu riskant ist.

Doch auch in diesen Situationen braucht auf eine umfassende Wiederherstellung der Kaufähigkeit und der Lebensqualität nicht verzichtet zu werden.